Warum KI beim Programmieren?
Programmieren mit KI ist für mich kein Spielzeug mehr, sondern fester Bestandteil meines Alltags. Statt jede Zeile selbst zu tippen, beschreibe ich, was der Code tun soll – und bekomme in Sekunden einen Entwurf, den ich prüfe, anpasse und erweitere.
Der entscheidende Punkt: Die KI ersetzt nicht das Verstehen. Sie beschleunigt das Umsetzen. Wer die Grundlagen beherrscht, wird mit KI deutlich schneller – wer sie nicht beherrscht, produziert nur schneller Fehler.
Mein Workflow mit Claude & ChatGPT
Ich starte mit einem klaren Kontext: Welche Sprache, welches Framework, welche bestehenden Konventionen gibt es? Je präziser der Einstieg, desto besser das Ergebnis.
Danach arbeite ich iterativ: erst die grobe Struktur, dann einzelne Funktionen, am Ende Tests und Fehlerbehandlung. Claude und ChatGPT sind dabei wie sehr geduldige Pair-Programmierer – ich bleibe aber derjenige, der die Architektur entscheidet. Für komplexe Refactorings nehme ich oft Claude, für schnelle Erklärungen und Alternativen greife ich zu ChatGPT.
Was gut funktioniert – und was nicht
Stark sind beide Modelle bei Boilerplate, Refactoring, Regex, SQL, Skripten und dem Erklären fremden Codes. Auch Fehlermeldungen analysieren sie oft schneller als jede Suchmaschine.
Vorsicht ist geboten bei sicherheitskritischem Code, aktuellen APIs und allem, was man nicht selbst prüfen kann. Jede KI-Ausgabe wird bei mir gelesen, verstanden und getestet, bevor sie produktiv geht.
Praxisbeispiel: PowerShell-Skript in zwanzig Minuten
Konkretes Beispiel: Ich brauchte ein PowerShell-Skript, das auf einem Rechner alte Dateien aus einem Ordner aufräumt – älter als 30 Tage, aber mit einer Liste von Ausnahmen, die nicht angefasst werden dürfen. Früher hätte ich dafür Doku gewälzt und eine Stunde gebastelt.
Mit Claude lief das so: Ich habe die Anforderung in zwei Sätzen beschrieben, bekam einen ersten Entwurf, und habe dann in drei Runden nachgeschärft – Protokollausgabe, Fehlerbehandlung, Trockenlauf-Modus, der erst nur zeigt, was gelöscht würde. Am Ende stand ein Skript, das ich Zeile für Zeile verstanden und getestet habe. Gesamtaufwand: etwa zwanzig Minuten statt einer Stunde – und der Trockenlauf-Modus war eine Idee, auf die ich allein vielleicht gar nicht gekommen wäre.
Fazit
Claude und ChatGPT haben meine Art zu entwickeln verändert: weniger Tippen, mehr Denken. Wer heute programmiert, sollte KI nicht ignorieren – sondern lernen, sie sauber zu führen.
